Montag, 27. Januar 2014

Meine Reise


So, auch ihr bekommt hier einen kleinen Einblick in meine Reise. Sorry für die langeWartezeit, aber die Fotos zu bearbeiten kostet mich viel Zeit und sorry, dass ich nicht für jedes einzelne Zeit hatte.

Meine Reise begann, wie ganz ungewöhnlich, in San Jose.
Dort habe ich ein Geburtstagpick miterleben können, von einer andern deutschen Freundin hier. Einfach nur entspannt im Park sitzen, Essen, Reden und Gitarre spielen, normale Tage wie diesen, kenne ich schon gar nicht mehr. 


Am Abend bin ich noch überraschend auf das Lichterfest gestoßen, also konnte ich glitzernde Musikumzüge, fast wie an Karneval beobachten.
Etwas unnormales an dieser Stelle, als ich in der Stadt angekommen bin, habe ich zum ersten mal im Jahre 2013 den Weihnachtswahnsinn mitbekommen und nur damit ihr es wisst, es war der 22 Dezember, also hatte ich eine echt lange Weihnachtszeit. Plastiktannenbäume, Lichterketten, Weihnachtsmänner, Glitzer, Sterne, Lichter, Rot und Weiß und Schnee, natürlich künstlicher. Das alles auf einmal hat mich etwas verrückt gestimmt, vielleicht habt ihr ja eine Ahnung wie Wanda drauf ist ,wenn sie etwas durchdreht. Ich bin normalerweise nicht der Weihnachstmensch, aber ganz ohne geht’s dann doch nicht und das musste ich in meinem 1 ½ tagen Stadt aufarbeiten. Also rannte ich fast quietschend durch den Wal-Mart auf der Suche nach Duftkerzen, Plastikschnee und Lametta, es ließ sich leider nicht alles so einfach finden.

Nach diesem kurzen, intensiven und schönen Aufenthalt in der Stadt, ging es für mich wieder in die Natur, zum Nationalpark Santa Rosa im Norden Costa Ricas. Dort war es im Vergleich zu meinem Stückchen Wald so trocken, dass ich es gar nicht mehr gewöhnt war. Der Wald und die Natur waren ebenfalls total anders. Ich habe dort wieder im Zelt geschlafen, insgesamt waren wir 5 Personen vom Katzenprogramm und der Rest Ranger des Nationalparks. Einige Bilder zur Natur dort.

Da ihr auch bestimmt wissen wollt wie mein Weihnachten 2013 aussah hier die Beschreibung. Es begann um 6 Uhr um auf Strandpatrulie zu gehen, Ziel dieser war es tote Schildkröten zu finden. Warum tote? Jaguars töten Schildkröten sehr oft und essen sie nicht in der selben Nacht, also würde man wissen wenn man eine frische tote Schildkröte findet, dass der Jaguar nächste Nacht wieder kommt. Leider haben wir nur alte tote gefunden und keine Frischen. Nach dem Frühstück bin ich wieder schlafen gegangen, bis zum Mittagessen. Danach ging es zum andern Strand, den zu erreichen ist etwas schwieriger und man benötigt Balance und keine Höhenangst. Nach entlangkrakseln an den Klippen hieß es an einem Seil ca. 20 Meter die Klippen hoch klettern, nur mit Hilfe eines Seils.
Hier der Ausblick wenn man oben angekommen ist, ein Traum. 



Also folgte eine weitere Strandpatrulie, gefunden; leider keine Schildkröte aber meine ersten Jaguar Fußspuren. Zu dieser Zeit war  7 Stunden später in Deutschland Zelebrierung angesagt. Also habe ich, etwas sentimental gebe ich zu, dass in den Strand geschrieben und dabei Weihnachtslieder gesungen.


Nach der Seilaktion zurück kamen wir schon im Dunkeln wieder am Camp an. Es begann die Essensvorbereitung, ich habe Glühwein gemacht. Abends haben wir also Reis, Kartoffeln, Salat, Fleisch und Gemüse gegessen, relativ normal. Eine der Ranger hat eine ca. 1 minütige Rede gehalten die ungefähr so viel Inhalt hatte: An alle die an Gott glauben, oder auch nicht es ist schön hier zusammen zu sein, auch wen wir alle unterschiedlich sind, irgendwo sind wir doch gleich. Frohe Weihnachten und guten Appetit. Das warst auch schon, keine weiteren Reden und keine Geschenke. Ein bisschen Zauberffeling wollte ich dann doch und bin abends mit meiner Duftkerze an den Strand gegangen, habe Sterne beobachtet, den Wellen gelauscht und das Flackern der Städtelichter an den Küsten bestaunt. Und so endete mein 24. Dezember mit dem Aufgang des Halbmondes, der hier aussieht wie eine Wassermelone, denn der Mond ist um 90° gedreht.
Nach weitern 2 Tagen in Santa Rosa, in denen ich Schwimmen war, wieder die Strände entlanggelaufen bin, eine Wanderung zum höchsten Punkt gemacht habe, Nachts im Jungle auf ‘ner Strandmatte geschlafen habe, um auf Jps Signal einer Jaguarfalle zu warten und einen Baum hinaufgeklettert bin, doch leider Probleme hatte wieder runter zu kommen, nach diesen 2 Tagen ging die Reise für mich weiter.

Ein Tag habe ich in Liberia gestoppt und so ziemlich den ganzen Nachmittag mit Eis auf dem Marktplatz gesessen und dem Stadtleben zugeschaut. Ich hatte richtig Lust auf chinesisch, aber versucht gar nicht erst einigermaßen gutes Essen zu finden.
Mein nächstes Ziel war Montezuma, dort wohnt ein anderer Freiwilliger, den ich ein paar Tage vorher gefragt habe ob ich vorbei kommen kann. Montezuma ist ein kleines touristisches Dörfchen im Süden der Nicoya-Halbinsel. Um dort hinzukommen musste ich erst nach Puntarenas und von dort mit der Fähre über den Golf und danach mit dem Bus weiter, alles im allen zog sich die Reise wieder. Hier ein paar Situationen die mir begegnet sind.






Ich habe bei Lars im Projekt geschlafen, er arbeitet mit Schildkröten. Nen kleines schnuckeliges Haus was das Projekt dort hat direkt am Meer. In genau diesem kleinen Haus habe ich Fräulein Viktoria Degner getroffen. Für alle die nicht wissen wer das ist, eine Schulfreundin, die mit mir im selben Jahrgang dieses Jahr Abi gemacht hat. Es war schön und komisch gleichzeitig ein altes bekanntes Gesicht aus deinem alten Leben wieder zu treffen und über dir so bekannte Themen zu reden.
Am nächsten Tag bin ich mit Lars zu den populären Wasserfällen in Montezuma gegangen. Dort haben wir uns, 2 Mutige in tiefen gestürzt, geschätzte 13 Meter.


Am Nachmittag war Sandschleppen angesagt, den auch ich als Freiwillige für 2 Tage musste arbeiten. Ich habe ein deutsches Mädchen getroffen, die in Indien beim Backpacker Urlaub ihren jetzigen Latino- Freund kennen gelernt hat und sich spontan mit ihm, aus feuriger Liebe entschieden hat durch die Welt zu reisen und Schmuck zu verkaufen, den sie selbst machen. Diese Geschichte hat es mir irgendwie angetan, den Mut zu haben, jede alltägliche Struktur loszulassen und einfach loszuziehen. Ja und das wars auch schon in diesem Zipfel der Welt. Es hat mich wieder zurück nach Puntarenas gezogen, dort habe ich eine Freund besucht, der auch mal in meiner Organisation gearbeitet hat. Puntarenas hat es mir echt von den großen Städten am meisten angetan und ich fühle mich echt wohl dort. Ich habe Andrés dort bei seiner Arbeit besucht, er arbeitet im Marinepark.


Leider konnte ich nur 1 Tag dort bleiben denn ich hatte mich fürs Neujahr mit Max in San Jose verabredet. Also wieder in den Bus, ich glaube alles im allen habe ich von meinen Ferien bestimmt 2 volle Tage im Bus verbracht. Und so endete mein Jahr 2013 auf der Dachterrasse von der ich schon mal geschrieben habe, einen Blick auf ganz San Jose mit vielen Feuerwerken und Feuerbällen. Ein schöner Schluss für ein schönes Jahr.

Mein neues Jahr hat mit viel Schlaf begonnen, deswegen wurde mein nächster Trip auch um einen Tag nach hinten verschoben. Für mich ging die Reise weiter nach Quepos, ein Ziel das Max und Ich am Abend vorher festgelegt haben. Nachdem wir mal wieder sehr zielorientiert durch San Jose gelaufen sind, haben wir dann doch noch die Bushaltestelle gefunden. Angekommen in Quepos, haben wir gemerkt dass die Stadt echt nicht die schönste ist und den absoluten Tiefpunkt hatten wir nachdem wir ca 2 St ein Hostel mit Küche gesucht haben. Dazu muss man aber sagen, das es letzten Endes ein geniales Hostel, mit nem Haufen cooler Leute und sogar einem Pool war. Am nächsten Tag sind wir zum Nationalpark Manuel Antonio gefahren. Bekannt ist der eigentlich für die weißen Sandstrände und so motiviert wie wir waren, wollten wir erst die ganzen Wege durchlaufen und zum Ende hin am Strand chillen, leider haben wir die Zeit unterschätzt, sodass wir den Park vor dem Ende verlassen mussten. Doch auch ohne Park, haben wir einen schönen Strand gefunden, den Sonnenuntergang genossen und leckere Wraps mit etwas Sand gegessen.







 Am Abend wollten wir ursprünglich feiern gehen, aber da wir beide dies ohne Geld tuen wollten, wurde aus dieser Idee leider nichts. Stattdessen durchwateten wir im stockdunklen eine Meereinmündung und landeten auf einer Insel. Vom Abenteuerwahnsinn getrieben maschierten wir den Strand entlang, bis wir irgendwann im Vorgarten einer Familie landeten und sie nach dem Weg zurück gefragt haben, dazu muss man sagen, es war ca 2 Uhr nachts und die Insel besitzt nur eine Straße. Und um die ganze Sache noch skuriler zu machen, fanden wir am Ende der Straße wieder nichts anderes als Wasser, doch dann überraschte uns ein Motorgeräuch und aus dem nichts kam ein Boot vorbei, die Fähre, die für diese ca 20 Meter Wasser gemacht ist. Das ca 2x2 Meter Schiffchen hat uns dann sicher und sogar umsonst mitten in der Nacht auf das Festland gebracht. Alles im allen eine Situation die mal als Freiwilliger in einem fremden Land bestimmt mal gemacht haben sollte.
Für den nächsten Tag entschieden wir uns zu einem Wasserfall zu gehen, von dem wir uns mit einem Seil ins Wasser geschwungen haben. Gegen Nachmittag trieb es uns zurück auf die kleine Fischerinsel. Nach einem kurzen Besuch auf einem Fischerboot, sind wir diesmal schon mit der Fähre rüber gefahren und die einzige ca 1-2 km lange Sandstraße entlanggelaufen.
Diese Insel, diese Straße und die kleine Hüttchen nebenan haben mich irgendwie in einen Bann gezogen. Ein kleiner harmloser Zipfel Costa Rica, noch völlig unangerührt von Tourismus, Technik und Größenwahnsinn. Hier kennt jeder jeden und eine Kirche ein Fahrradladen und eine Bar, das war es auch schon. Am Ende der Straße hat es uns zurück zum Strand gezogen mit einer kleine Lagune, wo wir uns ne Kokosnuss geknackt haben und solange verweilten ,bis wir uns die Sterne angeguckt haben, traumhafte Atmosphäre.




Und das war mein erster langer planloser schöner Urlaub in Costa Rica. Da die Busverbindung zu meinem kleinen Örtchen zurück etwas, oder eher super dumm ist, bin ich zurück getrampt. Nach nicht mal 5. Minuen an der Straße stehen saß ich auch schon mit einem chilligen Kolumbianer im super vollgestopften Bulli und habe mich über allen möglichen Kram unterhalten. Er konnte mich leider nur bis zur Hälfte mitnehmen, hat mir zum Abschluss ein Strandtuch geschenkt und 10 Doller, damit ich den Bus nehme und nicht als junges Mädchen durch Costa Rica trampe. An der Bushaltestelle habe ich  wieder mein Schildchen hochgehalten und diesmal hat mich ein deutsches Ehepaar mitgenommen. Nach ein wenig touristischer Beratung, kam ich trotz Trockenzeit im verregneten Puerto Jimenez an. Dort habe ich die Nacht verbracht und bin am nächsten Morgen mit dem Collectivo wieder in den Regenwald zurückgekehrt...



Donnerstag, 9. Januar 2014

Schwarmangriff

Hola Freunde,
mein Blogeintrag zu meinem Urlaub wird noch kommen, es dauert immer ein bisschen die ganzen Fotos rüberzuziehen und auszuwählen und den Bericht zu schreiben.
Aber jetzt muss ich einmal kurz von genau dieser Situation berichten, die hier gerade passiert.
Ich sitze gerade auf dem Tisch, Beine nach oben und kann mich nicht bewegen.
Der Grund für diese etwas unangenehme Situation sich Wanderameisen. Keine Ahnung ob ihr schonmal was von denen gehört habt, wenn nicht dann jetzt die Erklärung.
Einige Auszüge aus Wikipedia:
Bei ihren Raubzügen verwendet die Wanderarmeise zwei Muster : Spaltenüberfälle und Schwarmüberfälle.
Wanderarmeisen können um die 100.000 Beutetiere pro Tag erbeuten und haben so einen bedeutenden Einfluss auf das Vorkommen, die Diversität und auch auf das Verhalten ihrer Beutetiere.
Bei Wanderarmeisen findet die Jagst von Anfang an in Gruppen statt, die als "Heerzüge" gemeinsam ausziehen. Diese können Hunderttausende Individuen umfassen.
Also sitze ich hier umgeben von Tausenden herumwuselnden Armeisen. Sie sind super schnell und schwärmen die Wände und Decken entlang. Man kann sich das wirklich als schwarze bewegende Masse vorstellen. Leider bin ich bewegungsunfähig um jetzt meine Kamera zu holen. Alle größeren Insekten ( Kakerlaken, Heuschrecken und Wespen) werden von denen einfach überrollt. Ich kann ihnen noch beim Flüchten zusehen, aber letztenendes werden sie sterben. 2 Ameisen sind eben von der Decke auf mich drauf gefallen, ich sage euch die beißen wie Wespenstiche! So viele Armeisen habe ich noch nie in meinem Leben gesehen, ich bin mir sicher wenn alle mich auf einmal überfallen würden, wäre ich in weniger als 1 Minute tot. Egal wo ich hinschaue überall sehe ich die kleinen ( eig fast 1 cm großen) Pünktchen herschwärmen.
Angeblich sollen sie nach so 2 Stunden, wenn sie alle organischen Materialien hier verspeißt haben wieder verschwinden, denn anders als normale Armeisen haben sie keinen festen Standort sondern ziehen immer weiter.
Dann hoffe ich mal dass ich hier nicht den ganzen Tag sitzen muss.

Freitag, 20. Dezember 2013

Ein nicht alltäglicher Alltag


Jetzt melde ich mal wieder, nur diesmal aus meinem Alltag, auch wenn der ab morgen schon wieder pausieren wird.
Ich gebe euch hier ein kleines Update, was ich den eigentlich den lieben langen Tag so treibe.
Ja was wisst ihr überhaupt über meine Arbeit hier, gute Frage?
Da hat sich die letzten Monate auch ordentlich was getan, bzw. ich habe viel getan, dass sich was ändert. Wie so ein Prozess in diesem Land etwas länger dauert, hat es nach ca. 2 Monaten in meinem Projekt geklappt, jetzt kann ich das tun, was ich eigentlich wollte.
Meine chillige-nichts-zu-tun-haben Phase ist definitiv vorbei, Adieu Freizeit, Adieu Einkaufslisten, Adieu Langeweile, jetzt sieht es hier etwas anders aus.
Ich bin die Assistentin des Biologen hier vor Ort. Er ist spezialisierte
auf Säugetiere, im besonderen auf Wildkatzen. Man findet hier 5 von 6 Wildkatzen, von gesamt Costa Rica auf der Penisula de Osa.
Hier sind die netten Tierchen, mal schauen ob ihr welche erkennt. 

Nr1. Jaguar, Nr2 Puma, Nr3. Ocetolte, Nr4 Margay, Nr5 Jaguarundi


Der Job ist definitiv nichts für schwache Beine, denn alltägliche Wanderung bis zu 6 Stunden ist normal. Wir machen monatliches Track Monitoring, das heißt alle unsere Wanderwege ablaufen und nach Fußspuren suchen. Mittlerweile ist es schon nen Fluch den Kopf gar nicht mehr vom Boden wegzubekommen, denn ich suche jetzt schon im Unterbewusstsein immer nach den unterschiedlichsten Fußspuren. Da jedes Säugetier einen individuellen Fußabdruck hat, ist es mit ein wenig Training gar nicht mehr so schwer nur anhand des Abdrucks zu sagen welches Tier hier war. Auch hier ein kleines Beispiel, Ratespiel Nummer 2 ;)



Nr1. Jaguarundi, Nr2 Gürteltier, Nr3. Puma, Nr4. Wasseropossum

Weiter geht es mit dem Affenmonotoring. Wir gehen die Wege ab, diesmal den Kopf nach oben gerichtet und suchen nach Affen. Auf der Penisula de Osa findet man 4 Affenarten und die sieht man auch wirklich überall. Affen sind hier ungefähr so populär wie Tauben in der Stadt, ich hab mich schon an den alltäglichen Anblick gewöhnt.


Das nächste Aufgabenfeld ist das Flussmonotoring. Das heißt wir krackseln 2 mal im Monat die beiden großen Flüsse die wir hier haben, entlang des Flusslaufes nach oben. Nasse Schuhe, rutschige Steine und dreckige Hände sind unausschließbar. Unser Ziel dabei ist es Nutriafußspuren und Exkremente zu finden. Durchschnittliche Quote ist so 10 Fußspuren und 30 Kakahäufchen in 6 Stunden 6 Kilometer Flussaufwärts zu laufen. Bei jedem Fund tragen wir die Daten, so etwas wie Flussbreite, Flusstiefe, Anzahl, Zustand, Ort, Wald typ, Flussseite, Abstand zur Wasserlinie und Jps Punkt in ein Notizbuch.
Kleine Einblicke, damit ihr auch ja wisst wie Nutriakaka jetzt aussieht. Übrigens Nutrias sind eine Art Bieber, sie sind wichtig um zu wissen wie rein ein Gewässer ist.



All die Daten, auch von den anderen Beobachtungsrudnen müssen in eine große Datensammlung eintragen, also mache ich manchmal auch das.

Ein anderes großes Projekt ist das Camara-Trap-Network. Überall in unserem Gebiet bringen wir an bestimmten Stellen Kameras an. Das sind wasserdichte bewegungsmelderaktive Kameras, die mit Infarotlicht Fotos von den Tieren machen. So können wir wissen welche Tiere sich hier so herum treiben, besonders interessant für die Katzen.
Das heißt ich muss regelmäßig checken, ob sie noch funktionieren und die Batterien wechseln.
Hier mal einige Fotos die von unseren Kameras hier geschossen wurden-Ratespiel Nummer 3.







Nr1. Coati, Nr2 Waschbär. Nr3 Currasell, Nr4+5 Ocelote, Nr5. Puma 

Damit nicht nur wir wissen wie wichtig es ist Conservation in diesem Gebiert zu betreiben und wie viele Spezies schon bedroht sind, fahren wir 2-3 mal die Woche zu den umliegenden Ecolodges und halten einen Vortrag über unser Wilcatprogramm, was wir tuen und wie wichtig die ganze Angelegenheit ist. So erreichen wir viele Menschen, besonders Touristen und machen sie aufmerksam auf dieses Gebiet.
Die Präsentation dauert ca. 40 Minuten und ist meist auf Englisch, auch ich habe mittlerweile das Glück sie halten zu können und das auf Englisch. Mit Spanisch dauert es wohl noch ein wenig.
Höhepunkt eines ansträngenden Wandertages mit anschließender Rede abends, ist dass wir eingeladen werden in den Ecolodges zu Essen.
Alles in allem bin echt zufrieden mit den Aufgaben. Es macht mir wirklich Spaß so viel zu wandern, immer in der Natur zu sein und das Gefühl einfach mitten im Jungle nach Kakahäufchen zu suchen. Bei all den Wanderungen sehe ich die verschiedensten Tiere. Vor ca. 1 Woche habe ich meine erste Wildkatze gesehen, es war der Jaguarundi und leider nur der schnell verschwindenen Schwanz, aber egal es ist nen Anfang. Jaguarundis zu sehen ist sehr schwer. Mittlerweile kann ich Frösche und Echsen mit der Hand fangen und Stöcke mit nur einem Manchetenschlag aus dem Weg räumen.


Ja jetzt heißt es erstmal wieder für mich raus hier, ich werde 2 Wochen durch die Gegend reisen, nur ich habe noch keine Ahnung wo es hingehen wird, planen ist ja nicht so üblich in Costa Rica.
Also dann man bis denne.
Und schonmal schöne Weihnachten euch ;*

Sonntag, 8. Dezember 2013

Eine Woche Corcovado


So jetzt könnt auch ihr endlich erfahren, wie es mir in meiner Woche in Corcovado erging. Zusammengefasst kann ich jetzt schon sagen, es war eine wunderschöne Zeit an einem wunderschönen Ort.
Den Nationalpark Corcovado zu erreichen ist gar nicht mal so einfach, es gibt nur 3 Möglichkeiten. Entweder man wandert von einer Seite ein, man nimmt ein Boot von der anderen, oder man fliegt in einem 2-Manns-Flugzeug.
Da wir dort eine Wochen leben sollten und somit einen Haufen Kram, insbesondere Essen mitnehmen mussten, entschieden wir uns fürs Boot.
Wer ist wir, fragt ihr euch sicher, das ist Brigid, Juan (2 meiner netten Volunteerfreunde) und Juan Carlos, der Biologe meiner Organisation und Ich.
Also es ging los, erst mit dem Taxi 2 Stunden nach Puerto Jimenez, dort haben wir einen ganzen Einkaufswagen voll mit Essen und Gas gekauft. Mit vollgepacktem Auto ging es weiter nach Drake, der Ort von wo das Boot fährt. Nicht das ihr denkt es ist ein Boot was regelmäßig fährt, man muss vorher ankündigen dass man kommt.
Mit dem Boot ging es ca. 1 Stunde über den offenen Pazifik, zu einer der Stationen im Nationalpark. Letzten Endes ist es super der Umweg den wir gemacht haben, aber anders geht es nicht.
Diese Karte zeigt euch einmal ein wenig die Reise. Ich wohne dort wo der rote Fleck ist. Das Taxi zeigt die pinke Strecke, das Boot ist die Blaue. Der Rest folgt..



Also strandeten wir an einem Strand, wir 4, ein Haufen an Müllsäcken voll mit Rucksäcken, Essen und ca. 20 Holzplatten, bei prallendem Sonnenschein und nassen Sachen. Es ging los, Rucksäcke aufgeschnallt und möglichst viel anderes Zeug unter den Arm geklemmt, den Weg zu unser Unterkunft. Wir verbrachten diese Woche nicht in der Station, wo die Touristen hinkommen, sondern in einem kleinen schnuckeligen Häuschen hinter der Station. Das ist Gebiet der Universität von Costa Rica, da Juan Carlos für die arbeitet, hatten wir Zutritt dazu.
Unsere Wohnsituation sah also wie folgt aus; wir hatten eine Plattform mit einem Tisch, dort haben wir auf einer Gasplatte gekocht und gegessen, an der Decke hingen die ganze Zeit Fledermäuse. Unser Essen war größtenteils in Kisten verstaut, aber im kleinen Häuschen gab es auch ‘nen Kühlschrank.
Geschlafen haben wir auf einer anderen Plattform im Zelt. Eine Dusche und ein Klo gab es auch in einem extra Ort, aber das war das einfachste vom Einfachstem.
Fließend Wasser gab es bis auf 2 Tage immer, Licht nicht, also hieß es immer bei Kerzenschein Kochen.


Jetzt folgen die Aktivitäten, ich fasse das ein wenig zusammen, denn es ist zu viel im Detail.
An einem Tag haben wir uns mit Macheten ausgerüstet, erst mit einem Boot und dann zu Fuß auf den Weg gemacht. Aufgabe des Tages war es alte Wege zu erneuern, also alles was einem an Pflanzen in den Weg wächst nieder schlachten, den Weg mit JPs und Neon Band aufnehmen.
Eines unser größten Projekte war die Renovierung des kleinen süßen Häuschen im Wald.
Wir haben die alten Holzplatten herausgetreten, die Moskitonetzte erneuert, neue Holzplatten angenagelt und das Haus letzten Endes bemalt. Das war ein Erlebnis sage ich euch, das Haus ist das reinste Puzzle jetzt. Wenn Bretter morsch waren, wurden sie einfach umgedreht und dann mit viel Farbe übermalt. Falls eine Platte zu klein oder zu groß oder verrutsch war, egal wurde trotzdem angenagelt. Wenn es nicht gehalten hat, wurden so viele Nägel verwendet bis es letzten Endes nicht mehr abfiel. Nachdem wir schon das ganze alte Holz herausgebrochen hatten, viel uns auf, dass wir gar nicht genügend Holz haben. Also musste das Innenleben des Häuschen, ein Regal und ein Bett herhalten und wurde für die Außenwand verwendet. Letzten Endes kann sich das Huas sehen lassen, auch wenn wir nur die Hälfte erneuert und angemalt haben.




Unsere Nachmittage haben wir mit der Erkunden des wunderschönen Regenwaldes verbracht. Wir sind zu den Flüssen gelaufen, waren schwimmen, haben die schönsten Sonnenuntergänge meines Lebens gesehen und versucht so viele Tiere wie möglich zu sehen.
Hier kommt einfach mal eine Reihe an Bildern, denn beschreiben kann ich was ich da gesehen habe nur schwer.

















 Etwas unerwartet überraschte uns die unerfreuliche Nachricht, dass Juan ab dem zweiten Tag super krank wurde. Ich habe echt noch nie jemanden so eingenommen vom Fieber gesehen. Er sagt selbst dass er teilweise schon halluziniert hat. Corcovado ist definitiv nicht der passende Ort um krank zu werden, denn es gibt weit und Breit nichts.
Er sollte ursprünglich am 3 Tag mit dem Flugzeug nach Puerto Jimenez fliegen und dann ins Krankenhaus, doch leider hat sich der Pilot wohl an dem Tag gedacht, es ist nicht nötig zu kommen. Völlig ausgelaucht musste sich der arme Juan, dann mit dem Boot auf die Rückreise machen, in Drake sollte der Krankenwagen ihn abholen. Da er diese Reise alleine nicht überlebt hätte, ist Brigid mit ihm gegangen, also blieben nur noch 2 zurück.

Unser Reise zurück war etwas anders angedacht als der Hinweg. Wir sind aus dem Nationalpark herausgewandert (orangene Strecke). Insgesamt ist das eine Strecke von fast 20 km, am Strand entlang, durch den Wald, durch die Berge, über Flüsse und Felsen. Das alles mit einem ca. 10 kg schweren Rucksack und bei 35 Grad in der Sonne.
Das deine Füße irgendwann nass sind, oder dass der Schweiz dir einfach nur so herunter läuft, interessiert dich irgendwann nicht mehr, denn das Einzige worauf du dich konzentrierst ist weiter zu laufen. Diese Wanderung war zwar die schwerste und längste die ich je gemacht habe, aber definitiv die schönste. Nach ungefähr 30 min dachte ich, dass schaffe ich nie, aber meine Füße haben mich einfach weiter getragen. Wir durchzogen die schönsten Regionen, ganz Corcovado zusammengefasst.
Nach 8 Stunden wandern, erreichten wir Carate, von dort ging es mit dem Colectivo zurück zu unserem Stück Wald.







Ich weiß nicht wieso, aber dieser Ort hat in mir was ausgelöst, ich habe mich so zuhause gefühlt, obwohl die Lebensumstände wirklich die einfachsten waren, unter denen ich je gelebt habe. Einfach alles hat zusammen gepasst und ich habe die Zeit wirklich genossen.


Achja und ich hab nen neues Wasserzeichen, dachte irgendwie muss ich meine Bilder ja mal namendlich machen und wenn schon, dann auch irgendwie besonders, hoffe ihr mögt es.